
Wie die Faeries aus den Wäldern kamen
Was man die Faerie-Bewegung nennen könnte, vereint viele Vorstellungen und schwule Männer mit verschiedenen Visionen. Die organisierte Phase des modernen/heutigen "Faerie-Seins" begann Mitte der siebziger Jahre in San Francisco, wo Arthur Evans einen Faerie-Kreis schwuler Männer initiierte, die sich regelmäßig trafen. Evans ist der Autor von "Witchcraft and the Gay Counterculture" und einer der Begründer der "Gay Activist Alliance" in New York.
Evans war der Meinung, daß die westliche vorchristliche Kultur sich in einer empfindsamen und intuitiven Art des Lebens entwickelt hat, einer Lebensweise, die schon vor langer Zeit zerstört wurde. Diese Art zu leben gestattete nach Evans nicht nur Schwulen den nötigen Raum, zu leben wie sie waren, sondern es war vielmehr so, daß Schwulsein viel zur Energie dieser Gesellschaft beisteuerten.
Er wählte das Wort "Faerie", weil diese Figur aus der keltischen Mythologie zu den wenigen überlebenden Überresten dieser uralten schwulen Vision gehört. Evans und die Männer in seinem Faerie-Kreis in San Francisco versuchten, zu dieser uralten Seinsweise zurückzufinden, eine Verbindung herzustellen.
Die Faerie-Bewegung erreichte im Winter 1978 eine neue Phase, als vier schwule Männer sich trafen, um das zu planen, was das erste große Treffen ("Gathering") der Faeries werden sollte. Diese Männer waren: John Burnside, Harry Hay (der 1950 die Organisation gegründet hatte, die gewöhnlich als erste offen schwule Gruppe in den U.S.A. angesehen wird: die "Mattachine Society" in einer Zeit, als die McCarthy-Verfolgungen solcherlei Aktivitäten gefährlich machten) Don Kilhefner (ein Veteran der "Gay Liberation Front" der späten sechziger Jahre und Mitbegründer des "Los Angeles Gay and Lesbian Community Services Center"), und Mitch Walker (Autor vieler Artikel, einem zukunftsweisenden Buch über schwule Spiritualität, "Visionary Love" und dem Buch "Men Loving Men" über schwulen Sex). Von Los Angeles aus arbeitend, organisierten diese vier Männer das inzwischen historische erste Faerie-Gathering, welches in der Wüste von Arizona im Spätsommer 1979 stattfand. Sie erwarteten höchstens fünfzig schwule Männer. Statt dessen kamen zweihundert. Für viele dieser Männer war das Wochenende eine Befreiung, ein Einblick in das, was eine unsäglich respektable und auf Anpassung bedachte schwule Subkultur zu erforschen und zu fördern versäumt hatte.
Seither haben viele Faeries versucht, den großartigen Geist dieses ersten Gatherings noch einmal lebendig werden zu lassen. Jedes Jahr findet mindestens ein, meistens aber gleich drei große Gatherings irgendwo in den USA statt von San Diego über Oregon nach New York bis hin zu Key West. Es gibt heute Faerie-Kreise und Faeries überall in Amerika, Europa und anderen teilen der Welt.
Aus einem Handbuch für das
Star Circle Gathering, Madre Grande, San Diego, USA, August 1984
Copyright der deutschen Übersetzung und Bearbeitung ©
kandayata, Heidelberg 1991/1997
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zuletzt bearbeitet im januar 2003

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