
Den folgenden Text habe ich in der
Zeit meiner ersten spirituellen Schritte mit schwulen Männern
in einer Gruppe aus Heidelberg und Umgebung für ein langes
Wochenende im Winter 1991
im wunderschönen Haus Genese in
Rammersweier bei Offenburg in Süddeutschland geschrieben.
Wir waren wie Entdecker auf einem neuen unbekannten Kontinent und hatten keine Ahnung, ob anderswo auf der Welt schwule Männer dieselben Schritte tun. Alles, was wir von Tantra, schwuler Spriritualität und dem Weg der Sacred Intimates wußten, waren unsere spärlichen Erinnerungen an frühere Leben, die wir mühsam und in kleinen Schritten wiederentdeckten, und das, was großartige Menschen wie Margo Anand uns an Wissen aus den Reihen der "anderen", der heterosexuellen Seite, geschenkt haben. Das Wochenende wird mir immer in wunderbarer Erinnerung bleiben, denn hier, in einem der schönsten spirituellen Tagungshäuser überhaupt, war es, daß ich den Kontakt zu den Schutzgeistern und Ahnen unseres Stammes, des schwulen Teils der Menschheit, nach vielen, vielen Leben der Verfolgung und Dunkelheit in Freiheit und Licht wiedergefunden habe. Dafür bin ich vor allen anderen Andrew Ramer und Raven Wolfdancer und ihrer beider Arbeit in tiefer Dankbarkeit verbunden.
Ich denke, daß der Text erstens
immer noch nützlich und brauchbar ist
und zweitens vielleicht auch dem einen oder anderen Neuling beim
Thema eine Anregung sein kann.
Mit Licht und Liebe - Johannes
ALLGEMEINE VORBEREITUNGEN
ZU KÖRPERARBEIT UND MASSAGE
Vor Beginn von Körperarbeit und
Massage soll erstmal eine sichere, ruhige,
harmonische und liebevolle Atmosphäre geschaffen werden.
Achtet darauf, daß Ihr Euren Partner nicht etwa direkt nach
einem reichhaltigen Essen behandelt - Ihr solltet frühestens
eine Stunde nach dem Essen mit Eurer Arbeit beginnen! Achtet
ebenso auf die jeweilige Stimmung und körperliche ebenso wie
geistige/spirituelle Verfassung Eures Partners.
Zu Massage und Körperarbeit sollten Eure Nägel ausreichend
gekürzt und keinesfalls schartig sein,
damit Eure Partner nicht verletzt werden.
Ihr solltet während der Behandlung entspannt und locker sitzen,
sonst ist am Ende Euer Partner völlig entspannt,
dieweil Ihr höllische Rückenschmerzen habt.
Der Raum, in dem Ihr arbeitet, soll warm und angenehm sein, nicht
kühl, nicht überheizt.
Räucherstäbchen oder Duftöl verbreiten angenehmen Wohlgeruch
und dienen der Reinigung und positiven Energetisierung des
Raumes.
Kerzen schaffen ein wunderbares Licht und eine wohlige, angenehme
Stimmung.
Es sollte aber immer ausreichend und angenehm hell im Raum sein.
Kristalle sind wundervolle Kostbarkeiten, sie können die
harmonische Energie des Raumes verstärken
und wirken ausgleichend.
Farben, Tücher, Pflanzen, kleine Preziosen, die Euch bedeutsam
sind ...
stattet Euren Raum mit Schönheit aus, mit Harmonie, mit Liebe.
Spielt ruhige, meditative Musik, möglichst eine, deren
Grundrythmus den Klienten beim Atmen und Entspannen sanft
begleitet. Bei manchen Körperarbeitsübungen ist es aber besser,
keine Musik zu haben, sondern in Stille zu arbeiten. Geht hier
ganz nach Eurem Wissen und Gefühl.
Euer Partner soll bei den Übungen im Liegen und bei der Massage
auf einer bequemen, nicht zu weichen Unterlage liegen. Eine
Schaumstoffmatratze von etwa 10 cm Höhe ist gut, man kann auch
eine weiche Decke auf den Boden breiten.
Zum Abdecken Eures Partners während und nach einiger Übungen
und der Massage braucht Ihr eine warme, leichte Decke.
Zu Joe Kramer's Zauberstabmassge und anderen speziellen
Massageformen benötigt Ihr ein Öl. Ihr könnt Euch fertiges
Massageöl besorgen oder selbst eine Mischung herstellen. Alle
pflanzlichen Öle mit Ausnahme von Getreide- und Erdnußöl sind
hervorragend geeignet. Ihr könnt Duftessenzen in Euer Öl geben,
hierbei sind warme, erotische Düfte wie Sandel, Ylang-Ylang,
Patchouli, Tolu, Rose, Tuberose usw. besonders geeignet für diese
Massage.
Folgt Eurem Gefühl, Eurer Intuition!
Stark anregende Düfte wie Rosmarin, Kiefer, Eukalyptus usw. sind
für die Massage im Allgemeinen weniger gut geeignet.
Gebt das Öl zur Massage in eine Flasche, Tasse oder tiefe Schale
(möglichst mit Abguß) und stellt es auf ein Stövchen, damit
Ihr immer warmes Öl zur Hand habt - wenn Ihr bei der Massage
kaltes Öl auf die warme Haut Eures Partners gebt, zuckt er
zusammen und die Stimmung ist gestört. Achtet darauf, daß Euer
Öl in einem Hitzebeständigen Gefäß ist, wenn Ihr es auf ein
Stövchen stellt! Und natürlich soll das Öl nicht heiß sein,
sondern eine Temperatur haben, die der des Körpers Eures
Partners nahe kommt. Geht bewußt mit dem Öl um, Euer Partner
soll nicht sofort in Öl schwimmen!
Ein Handtuch ist nützlich, wenn Ihr versehentlich zuviel Öl
verwendet habt.
Wenn Ihr dann alle Vorbereitungen abgeschlossen habt, einen
harmonischen, Rahmen geschaffen habt,
könnt Ihr mit der Massage und/oder den Übungen beginnen.
Achtet immer auf den Atem Eures Partners und natürlich den Euren
und versucht,
Eure Rhythmen aufeinander abzustimmen. Seid ganz bewußt im
Augenblick.
Laßt immer eine Hand bei Eurem Partner, wenn Ihr bei der Massage
Eure Stellung ändert,
seid für Ihn da, genießt den Austausch Eurer Energien.
Wenn Ihr Euren Partner bittet, sich umzudrehen, seine Position zu
ändern, dann laßt ihm dabei Zeit und Ruhe.
Akzeptiert ihn, wie er ist, akzeptiert seinen Rhythmus, nehmt seine
Energie vollkommen an. Unternehmt keinen Versuch, den Rhythmus Eures Partners oder Klienten nach Eurer Vorstellung oder
irgendeinem Ideal zu formen. Unterstützt ihn in seinem Atmen,
begleitet ihn in seine inneren Räume, seine Entspanntheit und
gewährt ihm den Raum zum Entdecken, Loslassen und Wachsen, den
er benötigt.
Seid immer ganz in Euch, seid in Eurem Herzen, atmet in Euer Herz und wieder heraus, laßt Euch vom Herzen und der Liebe leiten.
Seid ganz in der Liebe und strömt Liebe aus, schenkt Liebe.
Achtet darauf, daß Ihr genug Energie habt, gebt alles, was Ihr
geben könnt, aber gebt nicht mehr, als Euer Energiehaushalt
zuläßt. Die Übungen und die Massage sollen für Euch und Euren
Partner oder Klienten angenehm und bereichernd sein, sie sollen
Euch und Ihn öffnen und entspannen, nicht auslaugen.
Achtet auf Euren Atem, Eure Energie, Euren Rhythmus, seid ganz
bewußt im Augenblick, seid in der Liebe des Herzens.
Wenn Ihr glaubt, mehr geben zu müssen als in Euch ist, schadet
das nicht nur Euch, sondern auch Eurem Partner!
Wenn Ihr Euch überfordert oder etwa überschätzt, was Euer
Können der Übungen und Massagen betrifft, kann dies
weitreichende Folgen für Euch und Euren Partner haben. Wenn Ihr
innere Prozesse in Eurem Partner bemerkt oder heraufgeholt habt,
die Eure Fähigkeiten zur Harmonisierung übersteigen, dann
beendet die Session sanft und liebevoll und überlaßt alle
weiteren Schritte in Richtung Massage und Körperarbeit einem
erfahrenen Therapeuten!
Seid bewußt, seid verantwortungsvoll für Euch und Euren
Partner, seid ohne Angst ...
vertraut auf Eure Intuition und laßt die göttliche Energie
durch Euch fließen, arbeiten, wirken.
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zuletzt bearbeitet im januar 2004
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